Mutanovum

04.04.2019

Jürgen Döll, Digital Transformation Shaman, Microsoft im Mutaree-Kurzinterview

„Et bliev nix, wie et woor.“

Was für ein Change-Projekt haben Sie zuletzt begleitet?

Bei einem meiner aktuelleren Projekte handelt es sich um ein Transformationsprojekt im Workplace-Bereich in einer großen deutschen Organisation/Unternehmen mit mehreren hunderttausend Mitarbei-tern. Dabei geht es um die Einführung einer cloudbasierten Produktivitätslösung.

Worin lag die besondere Herausforderung?

Das Projekt wurde und wird primär als reines IT-Projekt gesehen. Entsprechender Executive-Support ist sehr eingeschränkt bis nicht vorhanden. Eine Zielsetzung des Vorhabens aus Business-Sicht inklusive der notwendigen Erfolgsindikatoren ist nicht gegeben. Notwendige Ressourcen in Form von Personal und Budget, um ein wirkliches Change-Projekt umzusetzen, welches einen echten Mehrwert für die Organisati-on generiert, sind nicht gegeben.

Gab es ein besonderes Learning in diesem Prozess?

Ab einem bestimmten Punkt innerhalb des Projektes habe ich es als sinnvoll erachtet, den „strategischen Rückzug“ im Bereich Change proaktiv, selbstbestimmt und auch konsequent anzutreten da absehbar war, dass es unmöglich sein wird die Potentiale des Projektes auch nur im Ansatz zu realisieren.

Ihr persönlicher Tipp für künftige Change-Vorhaben:

Das Learning war an dieser Stelle für mich, und gleichzeitig auch mein persönlicher Tipp, ein Projekt, wie in meinem Fall als externer Berater, schon vor offiziellem Beginn auf die bekannten Kernerfolgsfaktoren kri-tisch zu überprüfen. Sollten diese nicht gegeben sein ist die mögliche Herstellung dieser realistisch zu be-werten. Zeichnet sich nicht ab, dass diese im Laufe des Projektes herzustellen sind, werde ich für mich selbst in Zukunft diese Projekte (solange es interne und externe Zwänge ermöglichen), nicht mehr begin-nen. Dieses erspart allen involvierten Parteien eine Enttäuschung.