Mutanovum 18

22.10.2018

Jutta Saafan, Project Lead Change Process Implementation, Lufthansa Group im Mutaree-Kurzinterview

 

„Change stellt gute Fragen.“

Was für ein Change-Projekt haben Sie zuletzt begleitet?

Der harte Wettbewerb in der Airline-Industrie sorgt für starken Effizienzdruck. Daher hat die Lufthansa Group im Herbst 2015 die wohl größte Transformation ihrer Historie angestoßen: Prozessorientierung über alle Gesellschaften hinweg. Ich habe das Auftaktprojekt begleitet: Die Einführung einheitlicher kommerzieller Prozesse bei den drei Premium Airlines Lufthansa, SWISS und Austrian Airlines. Start unserer Change-Journey waren historisch gewachsene Dreifachfunktionen und verschiedene Unternehmenskulturen kombiniert mit dem Silo-Denken einiger Bereiche.

Inzwischen sind wir gut unterwegs. Die neue Matrix-Organisation ist bei den drei Premium Airlines weitgehend umgesetzt und die Ausrichtung an Prozessen geht immer mehr in die Routine über. Die Kunden profi-tieren und unsere Führungskräfte geben positive Rückmeldungen: Experten tauschen sich aus, ein Group Spirit entsteht und übergreifende Konzepte werden umgesetzt. Aber es läuft natürlich noch nicht überall rund. Die Neuausrichtung muss noch in manchen Bereichen verdaut und umgesetzt werden. Da sind wir dran.

Worin lag die besondere Herausforderung?

Experten aus drei verschiedenen, national geprägten Unternehmenskulturen mit zum Teil einschneidenden Change Historien arbeiten nun gemeinsam an einem Tisch, der aufgrund der lokalen Distanz zudem oft eher virtueller Natur ist. Zudem entscheidet nun jeweils ein sogenannter Process Owner für die Lufthansa Group. Es galt also, den Mehrwert für uns als Lufthansa Group in den Teams zu kommunizieren und möglichst zügig die neuen Rollen zu stärken.

Gab es ein besonderes Learning in diesem Prozess?

Wir haben während der Einführung ein Führungskräftetraining aufgesetzt und konkrete Rollenspiele mit speziell entwickelten Lufthansa Group „Moves“ durchgeführt. Das sind Verhaltenstaktiken, die insbesondere in Matrix-Organisationen zum Erfolg führen. Gedacht war dies eher als Reflexion. Mit den „Moves“ scheinen wir aber ungeplant einen Nerv getroffen zu haben: Viele Führungskräfte nutzen diese im Geschäftsalltag und begrüßen den damit angestoßenen kulturellen Wandel.

Ihr persönlicher Tipp für künftige Change-Vorhaben:

Change Formate immer möglichst nah an und mit der Organisation entwickeln. Das schönste Feedback: „Viele Beispiele machen es lebendig. Man merkt, den Workshop machen Leute, die unsere Organisation gut kennen!“

Das Retrospective-Game - ein Vorschlag zur Verbesserung der Teamzusammenarbeit

Die branchenübergreifende Change-Community besteht aus Change-Experten deutscher Konzerne und Mittelständler. Innerhalb der Community mischen sich funktionale Disziplinen wie u. a. Personal, Consulting, Kommunikation und Projektmanagement. Die Community trifft sich regelmäßig, um aktuelle Fragestellungen zu diskutieren, Vorgehen zu erproben und gemeinsam neue Lösungswege zu finden.

Die Fragestellung „Wie kann effiziente Zusammenarbeit in verteilten Teams funktionieren?" führte in der Community zu einer Spielidee. Das Retrospective-Game entstand. Finden Sie hier eine Art Spielanleitung und Hinweise zu dem benötigten Material und legen Sie los!

Sofern die Spielidee Ihr Interesse geweckt hat, würden wir uns freuen, wenn Sie uns Ihr Feedback dazu an info@mutaree.com geben.

Retrospective-Game: Spielanleitung