Mutanovum 16

15.12.2017

Markus Brütting, Leiter Projektmanagement + PMO der Perlen Papier AG im Mutaree-Kurzinterview

Man kann viel erreichen, wenn man ohne Argwohn betrachtet wird, also habe ich sichergestellt, dass ich für alle zugänglich war.
(Jørgen Vig Knudstorp, zum Führungsansatz beim Turn around von Lego)

 

Was für ein Change-Projekt haben Sie zuletzt begleitet?

Grafische Papiere sind seit der Finanzkrise und mit der steigenden Digitalisierung zunehmend unter Druck geraten und führten zu einem massiven Veränderungsbedarf in der Branche. Neben interner Reorganisation und diversen Einsparprogrammen, stellt die seit September 2017 laufende Post Merger Integration eines Mitbewerbers das grösste Change-Erlebnis für alle Mitarbeiter des Unternehmens dar.

Worin lag die besondere Herausforderung?

Dominierend sind in diesem Fall das vorgegebene hohe Veränderungstempo und der richtige Umgang mit den draus resultierenden Chancen als auch Risiken für den Erfolg des Projektes. Hierbei galt und gilt es, einfache und schnelle Entscheidungswege für die Beteiligten bereitzustellen, so dass einerseits eine zügige Projektumsetzung stattfinden kann und andererseits zu jeder Zeit klar ist, was aufgrund des Veränderungsdrucks in anderen Projek-ten oder im Tagegeschäft liegen bleiben darf.

Gab es ein besonderes Learning in diesem Prozess?

Anstelle von Druck ist in diesem einmaligen Projekt ein Sog für die Veränderungen spürbar, wodurch zusätzliche Kräfte in den betroffenen Teams entstanden sind und so frühzeitig erste Erfolge realisiert werden konnten.

Ihr persönlicher Tipp für künftige Change-Vorhaben:

Auch im Change Management müssen wir die gestiegene Dynamik im Umfeld unserer Wirtschaft noch stärker berücksichtigen, uns diesbezüglich auch loslösen von nicht mehr passenden Ansätzen und die Frage nach dem „WHY“ bei den anstehenden Veränderungen noch bezeichnender in den Vordergrund stellen.

 

MUTAREE Change-TED No. 4 fragt: "Kann Change Spaß machen?"

Umfrage zeigt: Change-Projekte können Spaß machen
Change hat Erfolg, wenn die Bedürfnisse der Mitarbeitern erfüllt sind

Change-Projekte können Spaß machen. Dieser Meinung sind 99 Prozent aller Teilnehmer der aktuellen Mutaree-Befragung. 212 Führungskräfte und Mitarbeiter gaben im jüngsten Change-TED der Mutaree GmbH „Macht Change Spaß?“ Antworten zu ihrer persönlichen Situation in Veränderungsprozessen in ihrer Organisation. Nach wie vor sind Veränderungsprojekte ein zentrales Thema der Unternehmen. Meistens sind viele, wenn nicht gar alle Mitarbeiter davon betroffen. Dennoch scheitern noch immer viele Projekte, weil sie nicht von den Mitarbeitern getragen werden.

Das aktuelle Umfrageergebnis zeigt jedoch ein enormes Potential: Change kann Spaß machen und erfolgreich sein, wenn die Bedürfnisse der Menschen ernst genommen und berücksichtigt werden. Hierin liegt für die Unternehmen eine große Chance.

Wichtigstes Bedürfnis im Change: Klarheit und Transparenz

Ohne das Engagement motivierter und leistungsbereiter Mitarbeiter lässt sich eine Unternehmensstrategie oder Veränderung weder umsetzen noch nachhaltig verankern. Unternehmen müssen die Mitarbeiter ernst nehmen und ihre Bedürfnisse kennen. Klarheit und Transparenz ist den Befragten am Wichtigsten, gefolgt von Beteiligung, Wertschätzung, Sinnhaftigkeit und Orientierung. Allerdings sind 61 Prozent der Befragten der Meinung, dass in ihrer aktuellen Situation das Bedürfnis nach Klarheit und Transparenz sehr schlecht oder schlecht erfüllt wird, 54 Prozent bewerten die Wertschätzung ihrer geleisteten Arbeit als sehr schlecht oder schlecht.

Dies sind Ergebnisse der aktuellen Mutaree-Befragung „Macht Change Spaß?“. An der branchenübergreifenden Befragung nahmen 212 Führungskräfte und Mitarbeiter teil. Die Ergebnisse erhalten Sie auf Anfrage bei info@mutaree.com

Change-Projekte profitieren von Fehlern

4 Tipps für eine positive Fehlerkultur

Gute Fehlerkultur als Korrektiv für den richtigen Weg

Gerade Change-Projekte bedürfen einer kontinuierlichen Reflexion, die allen Beteiligte die Möglichkeit gibt, positive als auch negative Entwicklungen zu benennen und ggf. daraus zu lernen. Lernprozesse wiederum sind in der von Wandel und Anpassung geprägten Zeit von zentraler Bedeutung. Der Einfluss einer Fehlerkultur wird meist unterschätzt. Es ist wichtig, die Möglichkeiten aufzudecken, die Fehler bieten können, denn oftmals sind es gemachte Fehler, die neue Herangehensweisen und Lösungswege aufzeigen.

Positive Fehlerkultur – was gehört dazu?

Kann eine Organisation offen über Fehler reden und daraus einen neuen Handlungsplan ableiten? Werden Fehler negativ sanktioniert oder entsteht sogar Angst? Neutrale Moderatoren können bei der Etablierung einer positiven Fehler-Kultur als unabhängige Instanz wertvoll unterstützen und neue Handlungsmuster einführen. Jedoch können sie auch aus eigener Kraft erste Schritte gehen. Folgende Verhaltensweisen stützen einen konstruktiven Umgang mit Fehlern:

1. Nehmen Sie den Mitarbeitern die Angst vor Fehlern und kommunizieren Sie Fehler offen

Wo gehobelt wird, fallen Späne. Stellen Sie sicher, dass alle Mitarbeiter wissen, dass Fehler erlaubt sind, solange man aus ihnen lernt und genau derselbe Fehler nicht noch einmal geschieht.

2. Vermeiden Sie Schuldzuweisungen

Feedback ist wichtig, jedoch geht es nicht um die Suche nach dem Schuldigen, sondern darum, den Fehler objektiv zu analysieren, ihn zu akzeptieren und schnell eine Lösung zu finden.

3. Fehlervertuschung ist keine Option

Zeigen Sie keine Toleranz wenn Fehler vertuscht werden. Stellen Sie klar, dass Fehler an sich kein Problem sind, der Versuch sie zu vertuschen schon. Die Vertuschung eines Fehlers wirkt sich extrem negativ auf das Vertrauensverhältnis aus. Direkte und offene Kommunikation ist Normalität und der erste Schritt zur Schadensbegrenzung.

4. Pflegen Sie einen konstruktiven Umgang mit Fehlern

Was kann getan werden, um künftig die Wiederholung eines ähnlichen Fehlers zu vermeiden? Welche Schwachstellen gibt es und wo liegt noch Verbesserungspotenzial? Was können alle Beteiligten aus der Situation lernen? Dieser Lernprozess ist eine gute Voraussetzung für Innovation und Change.